Erfahrungsbericht

Erfahrungen der ersten Stipendiatin der Ungethüm-Aesculap Stiftung

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Die erste Stipendiatin war Dr. Hu Yanyan (27) vom Rui Jin Hospital in Schanghai. Dr. Hu hat sich freundlicherweise bereit erklärt, ihre Eindrücke und Erfahrungen aus dieser Zeit für uns zusammenzufassen: „Ich wurde Anfang 2005 als erste Stipendiatin für die Ungethüm-Aesculap Stiftung ausgewählt und habe von Februar bis August an der Universitätsklinik in Freiburg hospitiert. Die Klinik verfügt über ein breites chirurgisches Spektrum mit allgemeinchirurgischen Stationen, einem Endoskopiezentrum und einer Intensivstation. Ideale Voraussetzungen also für ein recht umfassendes Training."

Was ich in Freiburg gelernt habe
Von Februar bis April wurde ich zunächst in der Allgemeinchirurgie eingesetzt. Hier habe ich bei verschiedenen therapeutischen Maßnahmen und Untersuchungen assistiert – habe zum Beispiel Blut abgenommen, Verbände gewechselt und alle möglichen Wunddrainagen kennen gelernt. Außerdem durfte ich bei insgesamt 73 Eingriffen wie Gastrektomien, Kolektomien und Herniotomien assistieren, u.a. mit Einsatz laparoskopischer Techniken. Anfangs war alles sehr neu und fremd für mich. Die Patientenunterlagen waren größtenteils in Deutsch abgefasst und für mich in allen Einzelheiten nur schwer zu verstehen. Doch dank der Unterstützung meiner Kollegen und Vorgesetzten und meines Mentors Prof. Hopt kam ich damit schon nach einem Monat gut zurecht und konnte die verschiedenen Behandlungsmethoden nachvollziehen. Von Mai bis Juni habe ich in der Endoskopie gearbeitet. Das war eine sehr spannende Zeit, in der ich viele Krankheitsbilder studiert und unterschiedlichste Erkrankungen behandelt habe. Die Behandlungsmethoden dort, wie Gastroskopie, Enteroskopie und Proktoskopie, waren mir insgesamt vertrauter, und ihnen galt, neben anderen endoskopischen Verfahren, mein besonderes Interesse. Hier konnte ich den Fachärzten viele Handgriffe abschauen und habe eine Menge dazugelernt.

Auf der Intensivstation dann habe ich die Patienten nach Anleitung meines Chefarztes gründlich untersucht und viel über die differenzierte Diagnose besonders schwerer Fälle erfahren. Ich konnte viele Fragen stellen und meine bisherigen Erfahrungen in die Diskussionen über Behandlungsmethoden einbringen. So weiß ich heute viel mehr über den Umgang mit komplizierten klinischen Problemen und komplexen Krankheitsbildern. Darüber hinaus durfte ich ebenso wie die anderen jungen Klinikärzte kleinere Eingriffe eigenständig durchführen und habe beispielsweise Venenkatheter gelegt, Patienten extubiert und vieles mehr. Obwohl ich nur einen Monat auf der Intensivstation hospitiert habe, habe ich dort unglaublich viel gelernt. Dieses neue Wissen wird mir dabei helfen, ähnlich komplizierte Fälle künftig möglichst schnell und effektiv zu behandeln. Und das ist von unschätzbarem Wert.

Training und Fortbildung an der Aesculap Akademie
Das sechsmonatige Stipendium der Ungethüm-Aesculap Stiftung sah auch verschiedene Trainings- und Fortbildungsseminare der Aesculap Akademie in Tuttlingen vor, wie beispielsweise den APEG-Workshop für endoskopische Gynäkologie und den Kurs für laparoskopische Cholezystektomie. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und konnte viel praktische Erfahrung in der laparoskopischen Chirurgie sammeln.

 

„Ich bin sehr stolz darauf, die erste Stipendiatin der Ungethüm-Aesculap Stiftung zu sein. Diese Stiftung ist für junge Mediziner aus China, aber auch aus anderen asiatischen Ländern sehr wichtig. Prof. Ungethüm hat alles getan, um mich in meinen Studien zu unterstützen und mir die Zeit in Deutschland zu erleichtern. Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt. Als junge Medizinerin weiß ich natürlich, dass das Stipendiat eine große Chance für mich ist, da setzt man sich automatisch selbst etwas unter Druck, um seine Ziele zu erreichen. In den sechs Monaten habe ich vor allem viel über die ausgefeilten medizinischen Konzepte und Systeme eines deutschen Krankenhauses und die praktische Anwendung der unterschiedlichen Therapien und OP-Verfahren gelernt. Diese Erfahrungen und Kenntnisse nehme ich nun mit nach China, um dort künftig mehr für die Patienten tun zu können."